Ziele der Arbeit im Fachseminar Sozialpädagogik

Bei einer 18-monatigen Ausbildung nehmen die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (LiV) an ca. 120 Stunden Fachseminarveranstaltungen teil. Diese Seminarveranstaltungen finden regelmäßig alle 14 Tage statt. Nach Absprache werden auch Kompaktseminare durchgeführt, z. B. bei der qualifizierten Schulung im Szenischen Spiel.

Im Zentrum der Ausbildung stehen die Planung, Durchführung und Reflexion des Unterrichts im Fachbereich Sozialpädagogik. Dabei stehen konkrete Hilfen für die Unterrichtspraxis im Vordergrund.

Die Ausbildung im Fachseminar ist auf den Erwerb und die Weiterentwicklung der für die LiVs wichtigen berufspädagogischen, fachlichen, didaktischen und methodischen Kenntnisse und Fertigkeiten ausgerichtet. Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst werden auf die zukünftigen Aufgaben einer Lehrkraft vorbereitet, so dass sie den Erziehungs- und Bildungsauftrag erfolgreich und verantwortlich wahrnehmen können. In diesem Kontext werden auch das Menschenbild und die individuelle Haltung immer wieder in den Fokus genommen.

Die Inhalte der Fachseminararbeit werden durch den Seminarlehrplan des Fachbereiches Sozialpädagogik bestimmt. Bedürfnisse der Seminarteilnehmer*innen werden einbezogen und miteinander abgestimmt.

 

Seminardidaktische Grundsätze 

Basis unserer Fachseminararbeit ist ein Kerncurriculum des Fachbereiches Sozialpädagogik, das von den verantwortlichen Fachleiterinnen der Fachseminare in Niedersachsen 2014 erstellt und 2017 für das Studienseminar LbS Oldenburg entsprechend den neuen rechtlichen Vorgaben aktualisiert wurde.

In den Seminarveranstaltungen werden die kompetenzorientierte Didaktik sowie die fachdidaktischen Prinzipien der Sozialdidaktik gelebt, d. h., was für den Unterricht in sozialpädagogischen (Aus-)Bildungsgängen gilt, gilt auch hier:

 -          die doppelte Vermittlungspraxis (doppelter Theorie-Praxis-Bezug)

-          das Lernen an erfahrenen und beobachteten Praxissituationen

-          die Persönlichkeitsorientierung

-          tlw. das biografische Lernen

-          das forschende und reflektierende Lernen

Der Unterricht wird im Sinne eines handlungsorientierten Unterrichts durchgeführt und evaluiert. Die Fachleiterinnen beraten und unterstützen die Referendar*innen und Quereinsteiger*innen bei der Entwicklung und Ausgestaltung ihrer Kompetenzen. In den Seminarstunden besteht immer die Möglichkeit, aktuelle Fragen und/oder Probleme hinsichtlich des Unterrichtens zu klären und auch Tipps für den Unterricht auszutauschen.  Aktive Mitarbeit und Teamarbeit werden unterstützt und eingefordert.

 

Themen/Inhalte des Seminars im Fachbereich Sozialpädagogik

Im Seminar Sozialpädagogik werden u.a. folgende Lernfelder und Inhalte/Themen behandelt:

Lernfeld 1 „Im Seminar orientieren“

  • Ankommen und Kennenlernen
  • Gestaltung, Arbeitsweise, Inhalte und Formalia
  • Die professionelle Rolle und Haltung als Lehrkraft in Bildungsgängen der Sozialpädagogik
  • Sozialpädagogische Bildungsgänge

 Lernfeld 2 „Unterricht planen“

  • Planung einer Unterrichtsstunde
  • Lernvoraussetzungen der Schüler
  • Didaktische Analyse
  • Stundenziele
  • Methodische Entscheidungen
  • Arbeitsaufträge und Erwartungshorizont
  • Eine Unterrichtseinheit am Beispiel einer Lernsituation mit den Handlungsphasen

 Lernfeld 3 „Unterricht durchführen“

  • Fachspezifische Rituale im Unterricht
  • Fachspezifische Methoden im Sinne des doppelten Praxisbezugs
  • Eigenverantwortliches, selbstbestimmtes Lernen
  • Kompetenzorientierte Fachdidaktik der Sozialpädagogik
  • Unterschiedliche Medien und Methoden
  • Bedeutsamkeit des Berufsbezugs
  • Praxisbesuche in sozialpädagogischen Einrichtungen

 Lernfeld 4 „Unterricht theoriegeleitet beobachten, reflektieren und evaluieren“ 

  • Unterschiedliche Unterrichtssequenzen
  • Reflexionsbögen
  • Unterrichtserfahrungen
  • Beratung am Lernort Praxis

 Lernfeld 5 „Erzieherisch handeln“

  • Menschenbild/Selbstverständnis der Sozialpädagogik
  • Lernumgebungen im sozialpädagogischen Bereich
  • Bedeutung der eigenen erzieherischen Rolle
  • Professionelle Haltung zur Inklusion

 Lernfeld 6 „Lernerfolg überprüfen und bewerten“

  • Klassenarbeiten
  • Bewertungskriterien für Gruppenarbeiten und Schülerpräsentationen
  • Kriterien für die Bewertung von Handlungskompetenz
  • Leistungsstandsgespräche
  • Leistungen am Lernort Praxis
  • Schriftliche, mündliche und praktische Prüfungen

 Lernfeld 7 „SuS, Erziehungsberechtigte, Betriebe und Kollegen beraten“

  • Kooperationspartner am Lernort Praxis
  • Elternsprechtage
  • Beratungsgespräche am Lernort Praxis

 Lernfeld 8 „Lernausgangslage diagnostizieren und SuS individuell fördern“

  • Fördernde Kompetenzen/Ausgangslagen und Diagnosen
  • Methoden und Arbeitsaufträge des binnendifferenzierten Unterrichts
  • Inklusive und interkulturelle Aspekte im Unterricht

Lernfeld 9 „Die eigene Berufskompetenz weiterentwickeln“ 

  • Hospitation/Exkursion in Best Practice Einrichtungen
  • Teilnahme an Fachvorträgen

 Lernfeld 10 „Sich an Schulentwicklungsprozessen beteiligen“

  • Bewerbungs- und Aufnahmeverfahren in Schulformen der Sozialpädagogik
  • Ausbildungsbeginn und Abschluss
  • Formen und Bedeutung von Öffentlichkeitsarbeit  

 

   
© Studienseminar Oldenburg für das Lehramt an Berufsbildenden Schulen